Schlangen-Expedition

Grüne Mamba




I gitt, i gitt - Schlangen, aber lesen Sie weiter, Sie werden nicht dabei von einer Grünen Mamba gebissen, es folgt sogar noch etwas Wissenswertes über unsere Region.

Es liegen fast 40 Jahre zurück, als ich Kenia das erste mal besuchte und mich in die Tierwelt Ostafrikas verliebte. In den darauf folgenden Jahren habe ich dieses Land zig male besucht und förmlich umgepflügt, da wir es kreuz und quer mit Fahrzeugen durchstreift haben um einzutauchen in eine Tierwelt, wo starker Raubbau mit betrieben wurde.

Der Sklavenhandel wurde ab 1815 bekämpft, jedoch wird er noch heute in Westafrika und im Sudan – im Dunkeln - laut Unicef mit Kindern betrieben. Im letzten Jahrhundert wurden aus Kenia keine Sklaven mehr außer Land gebracht, man hat sich umgestellt auf Tiere die exportiert wurden. Die Nachfrage war groß und das Handeln mit tierischen Produkten in Kenia boomte. Alle Tierarten konnte man kaufen, ja sogar die einzelnen Tierarten bestellen, vom ausgestopften Löwen über Zebras bis hin zu Elefantenzähne und Schlangen.

Auge in Auge wollte ich diese Tiere gegenüber stehen, sie Beobachten um sie auf Fotos festzuhalten, wobei ich nicht immer ein gutes Gefühl im Magen hatte. Oft war ich froh, sie wieder aus sicherer Entfernung zu sehen, da einige Tierarten, keine Angst vor dem „bösen Mann“ haben und kein halt machen. Auch wir erlebten einige Angriffsattacken, wo wir schnellstens fliehen mussten. Zur Beruhigung, bei uns stand die Sicherheit immer an erster Stelle, alles andere währe Leichtsinn. Trotzdem traten Situationen auf, wo der Adrialinspielgel gewaltig nach oben geschossen ist, wir hatten solche Zwischenfälle zwar einkalkuliert, da wir immer bis zur Grenze gegangen sind, jedoch gewünscht haben wir sie uns nie.

Von Schlangen habe ich mich ferngehalten, bis ich Mark S. Esterbrook kennen lernte. Er ist der Täter, der mir diese zum Teil sehr giftigen Tiere im Busch zeigte, da er mich auf einer kleinen Expedition mitgenommen hat. I gitt – i gitt, wird man nun denken, aber es war für mich etwas ganz besonderes, was Mark mir geboten hat. In meinen Träumen hätte ich es mir nicht vorstellen , denn ich habe nicht nur Fotos gemacht, sondern wurde auch noch als Helfer und Fänger eingesetzt, weil ich die ersten beiden Schlangen entdeckt habe, wo ich ganz stolz drauf war - nun besitze ich einen geschulten Blick, welches ich ihm verschwiegen habe.

Die Mambas (Dendoaspis) gehören zu den am meisten gefürchteten Giftschlangen von Afrikas und sind Baumschlangen, wie der Name es schon sagt. Nun gibt es mehrere Arten von Mambas, wobei die Schwarze Mamba (Dendroaspis polylepis), die eine Länge von 4 Metern, erreichen kann, zu den gefährlichsten zählt, da ihr Gift eine schnelle Wirkung hat. Weitere Arten: die Grüne Mamba (Dendroaspis viridis ), die besonders angriffslustig ist und die Gewöhnliche Mamba (Dendroaspis angusticeps), sowie die Jamesons Mamba (Dendroaspis jamesoni). Die Mambas haben unterschiedliche Verbreitungsgebiete in Afrika und sind sehr giftig und ihr Gift wirkt tödlich, wenn nicht sofort entsprechende Gegenmaßnahmen gemacht werden. Auch hier war vorgesorgt, da wir ein Antiserum dabei hatten. Mark S. Easterbrook ist ein Experte, schon als Kind befasste er sich mit Schlangen und hatte eines der größten Schlangenfarmen in Afrika.

Als ich die erste Mamba mit ihrem grünen Kleid im Baum entdeckte, hatte sie mich schon längst gesehen und beobachtete mich. Der Fang dieser Baumschlangen ging folgendermaßen vor. Wir bildeten wir eine Reihe und haben sie dann aus sicherer Entfernung, förmlich im Halbkreis verfolgt und vorsichtig weiter und weiter getrieben bzw. geleckt und immer dabei die Augen aufgehalten, damit wir sie nicht verlieren. Vorsichtig haben wir sie soweit getrieben bis sie einen Baum erreichte, von wo sie nicht weiter zu andern Bäumen klettern konnte, jetzt wurde es spannend, da sie nur noch zu uns kommen konnte. Dann kletterten wir höher und höher in den Mangrovenbaum – immer nach vorne unseren Greifstock in Richtung Schlange gehalten, der Punkt kam schnell, wo sie sich stellte und zum Angriff übergehen wollte und "Schwupp" war sie in der Klemmvorrichtung des Greifstockes und es drohte keine Gefahr mehr d.h. es war ein Mangrovenbaum mit vielen Pfahlwurzeln und verzweigten Ästen. Es war unmöglich und mit einer großen Gefahr verbunden, vom Baum mit dem langen Greifstock und eingeklemmter Schlange, durch dieses Gewirr von Ästen zum Boden zu kommen. Wir haben uns gegenseitig die Schlange von der Krone bis zum Boden gereicht. Meter für Meter haben wir uns so nach unten bewegt, bis wir wieder sicheren Boden unter den Füßen hatten. Dann zeigte mir Mark die Giftzähne im Oberkiefer und sie durfte auch einmal beißen in ein Leinentuch, welches über ein Glas gespannt war – etwa einen Fingerhut voll tödliches Gift hatte sie abgelassen, dann kam sie ins Leinensäckchen und wurde für wissenschaftliche Zwecke mitgenommen.

Zum Abschluss wurde ich auf seiner Schlangenfarm noch gebissen, nicht von einer Schlange. Beim Füttern eines Mangusten (Herpestidae) auch Mungos genannt, die als Schlangetöter bekannt sind, u.a. durch ihre schnelle Reaktion. Es ging alles blitzschnell, ich habe es nicht gesehen jedoch gespürt, da mein Finger perforiert war.

Wissenswertes: Gifttiere in Dänemark

Nun haben wir in Dänemark keine so giftigen Tiere wie die Mamba, die zur großen Familie der Nattern – und Vipernartigen (Coluroidea) gehört, jedoch gehört auch die bei uns sehr oft vorkommende Kreuzotter (Vipera berus) dazu, die sonniges, trockenes Gelände liebt und hauptsächlich in den Heidelandschaften am Dünengürtel sowie an den Waldrändern und im Bereich des Fjordes vorkommt. Sie ist in ganz Europa vertreten.

Ihrer Grundfärbung variiert von hell bis dunkelbraun und die Zeichnung von dunkelbraun bis schwarz, jedoch kann man diese Schlange sehr deutlich aus einigen Metern Entfernung identifizieren, durch ihre dunklen Zickzackstreifen, welche vom Nacken bis zur Schwanzspitze laufen und ihrer kupferroten Iris. Sie hat zwar ein hochwirksames Gift, jedoch nicht die Menge, dass ein gesunder Mensch davon getötet werden kann. Für den Menschen wird diese Schlange nur selten gefährlich, da sie bei einer Begegnung meistens flüchtet und niemals einen Menschen verfolgt. Lebensgefährlich ist ihr Biss nur bei Kindern und alten Menschen, deshalb sind empfehlenswert diese Gebiete nicht ohne Schuhe betreten. Todesfälle sind mir nicht bekannt.

Ein weitaus gefährlicheres Gifttier, ist das Petermännchen (Trachus Viperus), es ist das gefährlichste Gifttier Europas. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom Mittelmeer über den Atlantik bis hin zur Nordsee und Ostsee. Nun gibt es mehrere Arten davon, wobei in der Nordsee und Ostsee, hauptsächlich das Gewöhnliche Petermännchen vorkommt, es ist zwar größer, jedoch hat das Gift nicht die Wirkung, wie das vom Kleinen Petermännchen, welches auch Vipernqueise genannt wird.

Das Petermännchen bevorzugt die flachen Gewässerzonen der Küste und liegt dort im Sand eingegraben: Fischer, Angler bekommen hauptsächlich mit diesen Tieren Kontakt, aber auch Taucher und Badende können Kontakt mit diesem Fisch bekommen, da man auf ihn treten kann, da er keine Flucht ergreift. Er hat Giftstachel auf der Rückenflosse sowie an den Kiemendornen. Sollte eine Person gestochen werden, muss sofort ein Arzt aufgesucht werden. Als Sofortmaßnahme kann die Wunde mit heißen Kompressen versehen werden oder sie mit heißem Wasser beträufeln, dadurch wird ein Teil des Giftes denaturiert, d.h. unschädlich gemacht, da es sich um Eiweißgifte handelt, die bei einer Temperatur von etwa 60 Grad C ihre Wirkung verlieren. Mehr darüber: hier

Krokodile haben wir in Dänemark nicht, auch wenn ich schon mal gehört habe von einem Touristen – da, da, ein kleines Krokodil – es war nur eine Blindschleiche.