Indien - die Wahrheit gesehen

Schon immer war es mein Wunsch, eine besondere Reise nach Indien zu unternehmen. Während meiner Studienzeit hatte ich mich ein wenig mit diesem Land befasst, es waren die 60iger Jahre, der Beginn der Studentenbewegung und die Zeit der Blumenkinder - der Hippies - die Goa, als ein Platz der Freiheit sahen. Ich wollte nicht in Indien die Freiheit suchen, mich hatte dieses große kontrastreiche Land angesprochen, sowie die Menschen, die dort leben. Ich wollte eintauchen in eine Welt, die für uns Europäer fremd wirkt – mich schlau machen. Es war ein Wunsch, der leider nicht während meiner Studienzeit in Erfüllung gegangen ist.

Als ich mein Studium abgeschlossen hatte und schon einige Jahre im Lehramt an der Hochschule tätig war, bot sich dann die Gelegenheit, dieses Land sowie die Menschen kennen zulernen. Drei Monate verbrachte ich in diesem Land und betrachtete es nun aus einem anderen Blickwinkel. Jetzt, mit einem geschulten Blick, der mich kreuz und durch Indien führte.

Einen Kulturschock bekam ich gleich am ersten Tage, als ich in Indien aus dem Flugzeug stieg. Ich war sprachlos, denn solch einen Kontrast hatte ich mir nicht vorgestellt. Nun stand ich der Realität gegenüber und hatte drei Monate Zeit, Indien kreuz und quer zu durchqueren. Fast alle Beförderungsmöglichkeiten habe ich genutzt um in dieser kurzen Zeit mir ein Bild zu machen. Große Strecken wurden mit dem Flugzeug bewältigt oder mit dem Zug, wo ich drei Tage und Nächte, auf kleinsten Raum mit Leuten zusammen gelebt habe. Für kleinere Strecken nahm ich ein Taxi oder einen Ritscha-Driver, aber auch mit dem Elefant und Kamel bzw. Boot, war ich unterwegs, wenn es nicht mehr anders ging. Immer auf der Suche nach dem Besonderem sowie Alltäglichen. Aber auch auf "Schusters Rappen" zog ich umher, sah wie die Menschen auf den Strassen lebten, war in den Armenvierteln sowie in Einrichtungen für Behinderte oder ältere Menschen. Habe Krankenhäuser besucht, in der Wüste geschlafen sowie in First Class Hotels.

Indien ist ein Land der Kontraste, ein Schmelztiegel der Armut und des Reichtums, wo Seide und Gold aber auch die nackte Wahrheit sichtbar werden und oft treten diese Bilder bei mir in Erscheinung, wenn ich in anderen Ländern bin. Ziehe Vergleiche – danke Indien – ich sehe den Kontrast.

Inge Helle Jespersen


Inge Helle Jespersen  im Regenwald Inge Helle Jespersen  im Regenwald Inge Helle Jespersen  im Regenwald
Inge Helle Jespersen  im Regenwald Inge Helle Jespersen  im Regenwald Inge Helle Jespersen  im Regenwald
Inge Helle Jespersen  im Regenwald Inge Helle Jespersen  im Regenwald Inge Helle Jespersen  im Regenwald