Zwischen Indios und Baumechsen

- eine Reise ins Paradies von Costa Rica

Inge Helle Jespersen  im Regenwald

Die Fluggesellschaft Martinair und die deutsche Firma R.B.V., machten es möglich.
Über einen Wettbewerb des Senders Radio Hagen bzw. auf Einladung konnte der deutsche Künstler Heinz-Otto Kamphues und seine dänische Lebensgefährtin Inge Helle Jespersen, Leiterin des Lydum Art Centers in Dänemark, nach Costa Rica fliegen und in der Nähe von Aluelja einige Wochen "verweilen".
Der Künstler Kamphues, der auch als Naturaktivist bekannt ist, nutzte diese Gelegenheit und fuhr mit seiner Lebensgefährtin -auf eigene Faust - in das schwer zugängliche Guaymi Gebiet auf der Halbinsel Osa Peninsula, an der südlichen Küste des Pazifiks.

Kamphues sendete uns eine e-mail und berichtete:
"...die größte und artenreichste Population von Pflanzen sowie Tieren des amerikanischen Kontinents kann diese Halbinsel aufweisen. Sie ist von Mangrovensumpf eingesäumt, besitzt tropischen Regenwald und kristallklare Flüsse.
Mittendrin, abgeschnitten von der Zivilisation, leben 22 Familien der Guaymi Indios - die ärmsten des Landes - mit ihrem Reichtum. 300 Spezies von Bäumen, in dem einige Tiere wie der Jaguar, Ozelot, Tapir sowie die reichhaltigen Vogelarten, Reptilien, Amphibien und 1000 Arten von Insekten vorkommen, machen diese Halbinsel zum letzten Refugium dieser Welt."

Der Regenwald von Costa Rica Brücke im Regenwald

Kreuz und quer haben wir Costa Rica durchstreift. Krokodile, Leguane, Frösche und seltene Vögel haben uns in die Augen geschaut und Lianen hingen uns um die Ohren, aber auch den Kontrast - die touristische Normalkost - erlebten wir.
Auf dem Weg zum Vulkan Poas, liefen uns die Nasenbären um die Beine und fraßen uns aus den Händen. Zahm wie die Tauben auf unseren Marktplätzen - Heimatgedanken kamen auf.

Costa Rica - die reiche Küste -
hat seinen Namen zu Recht, noch ist es ein Naturparadies von einmaliger Schönheit.

Nasenbär Vulkan Krokodil

Unser letztes Ziel galt den Guaymi- Indios."

Grund des Besuches der Guaymi-Indios war u.a., dass dieses Gebiet von einer dänischen Naturschutzorganisation vor Jahren gekauft worden ist und vom Staat Costa Rica als Reservat ausgewiesen wurde.
Dänische Staatsbürger sind herzlich willkommen - so steht es in den Broschüren der Organisation geschrieben. Mit einer Dänin als Begleitperson, stand er auf der sicheren Seite.

Inge Helle Jespersen im Regenwald Wasserfall im Regenwalld Regenwald
Waran Heinz Otto Kamhpues im Regenwald Waran
Regenschirmblatt

Kamphues Interesse galt den Guaymi-Indios, denn ihre Lebensweise und Abgeschlossenheit ist einmalig in Costa Rica und für ihn ein wichtiger Impuls für seine Arbeit, denn im Vorwort des Kataloges „Heraustreten ins Tageslicht" von 1993, erwähnen die Wissenschaftler, dass er sich aus den verschiedensten Kulturkreisen und Religionen der Welt anregen lässt.
Durch seine eklektischen Montagen und Versatzstücke schaffte er in seinen Werken eine individuelle Mythologie des Todes, die sich zu einer schamanenhaften Vision des 3. Jahrtausends verdichten.

Kamphues berichtete weiter:

"Wir waren nur noch wenige Kilometer vom Ziel entfernt. Schotter-, Waldwege, Sumpf und Flußdurchquerungen hatten wir auf der zeitraubenden Fahrt hinter uns gelassen, auch die Warnungen vor Überfällen haben wir ignoriert. Dann standen wir vor einem Fluss, der uns Kopfzerbrechen bereitete, seine Strömung und seine tiefen Gumpen brachten uns an den Rand der Verzweiflung. Sollte es das Aus bedeuten - trotz Allradantrieb war unser Geländewagen für diese Tiefe nicht geeignet. Immer wieder haben wir es versucht, das Wasser lief uns durch den Wagen und er driftete bzw. versetzte sich durch die Strömung langsam flussabwärts. Nicht gerade ideal für ein Leihwagen. Als wir den Abbruch der Fahrt beschlossen hatten, stand plötzlich ein Guaymi bei uns. Trotz unserer fünf Sprachkenntnisse, war es unmöglich, ein Gespräch zu führen. Wir entwickelten schnell eine Zeichensprache und gestikulierten unser Vorhaben bzw. Problem. Er hatte es verstanden und kannte eine Stelle, wo wir den Fluss noch überqueren konnten.

Flussufer Inge Helle Jespersen und Indio Indiodorf
Indiodorf Indiodorf Heinz Otto Kamphues und Indio

Ab nun an war er unser Wegbegleiter.
Danach gleich noch einige Flußüberquerungen. Im Kriechtempo schlängelten wir uns entlang des Flusses durch Sumpf - umgeben von unzähligen Tieren, die vor uns flüchteten. Dann über Stock und Stein - stets bergauf - tiefer und tiefer in den Regenwald bis ein Weiterkommen mit dem Geländewagen nicht mehr möglich war. Wir waren mittendrin in der feuchten 'Grünen Hölle' und stellten den Wagen einfach ab. Nahmen unsere Habseligkeiten und nach einem Fußmarsch von einer halben Stunde, wobei das Tageslicht langsam erlosch und der Regenwald zu sprechen begann, waren wir am Ziel - die ersten Hütte kamen zum Vorschein.

Heinz Otto Kamphues beim Ausruhen

Wir gaben zu verstehen, dass dieses Gebiet von Dänemark gekauft wurde und dadurch unter Schutz gestellt werden konnte, damit keine Vernichtung des Regenwaldes - durch Rodung - entstehen kann.
Dänemark - was ist das?
Diese Guaymi-Indios kennen kein Dänemark, nur ihren Regenwald - diesen aber Bestens, wir haben es erlebt.
Wir tauchten ein - in eine andere Welt, die unser Bewusstsein etwas erweitert hat.

Danke Costa Rica,
Danke - Martinair - Migdelia Acosta - Ancelmo Mendosa"

In Costa Rica leben 8 Indio Gruppen, als einziger Stamm haben die Guaymi- Indios, die Bemühungen vom Staat Costa Rica abgelehnt, sie sind mit ihrem Regenwald als Reichtum zufrieden. Alle anderen Stämme, nahmen diese Staatshilfe an.