Auf den Spuren der Wikinger

Dänemark ist das Land der Wikinger, die in der Weltgeschichte eine interessante und fesselnde Epoche einnehmen. Noch heute ist Jung und Alt fasziniert von ihnen, schon der Name Wikinger genügt um eine Faszination auszulösen, da er mit Stärke, Freiheit und Welteroberung verbunden ist, etwas nebelhaftes liegt auf ihm. Da ist etwas wahres dran, denn die dänischen Wikinger kamen über dem Meer, überraschend aus dem endlosen Blau aus dem „Nichts“ dem Nebel und treten erstmals schlagkräftig in der Geschichte in Erscheinung, als sie am 6. Juni 793 das Kloster Lindisfarne auf der Insel Holy Island* überfallen haben. Dieser Überfall war ihre Jungfernfahrt und der Beginn der Wikingerzeit, die drei Jahrhundert anhielt.


Sie haben aber nicht nur die mächtigen Reiche in Europa in Angst und Schrecken gehalten, sondern waren auch seßhafte Landwirte, Geschäftsleute und ausgezeichnete Bootsbauer, ihre seetüchtigen Schiffe waren schnell und wendig und ihre Segeleigenschaften entsprachen nach wissenschaftlichen Untersuchungen damals schon den Schiffen der Neuzeit, als die Segel-Ära sich bereits am Ende befand. Das war ihre Stärke, es stand ihnen die Welt offen, dieses haben sie genutzt und können auch als Entdecker angesehen werden, denn sie waren in Grönland und Nordamerika.

Diese mutigen Seekrieger waren meistens junge Männer, die ausbrachen aus dem Götterclan und ihr Glück in der Ferne suchten und auf abenteuerlicher Weise sich Ruhm und Geld beschaffen wollten. Sie wurden Nordmänner genannt und Karl der Grosse sprach von barbarischen Nordmännern, da sie seine Städte plünderten. Sie hatten schnell die angeschlagene politische Situation in einigen westeuropäischen Ländern erkannt und haben das in vollen Zügen (aus)genutzt. Sie schlugen zu, wo sie konnten und plünderten zuerst die Küstenstädte, zogen südwärts, Haitabu entstand im Jahre 808 von König Godfred. Sie plünderten nicht nur mehrmals die Küstenstädte, sie stießen ins Landesinnere vor, da ihre Boote vortrefflich dafür geeignet waren. Sie plünderten Hamburg und am 28.3.845 Paris, besetzten es sogar und Paris mußte für eine beachtliche Summe freigekauft werden. Auf ihren Wegen wurden Städte und Klöster geplündert, angezündet und fielen den Flammen zum Opfer. Genau 40 Jahre später standen sie wieder vor den Toren von Paris und belagerten es. Ihre Vorstöße hatten gewaltige Auswirkungen, sie kamen nicht mit einem Schiff, sie erschienen mit ganzen Flottenverbänden. Auch Rom wollten sie plündern, jedoch war es die Stadt Luna. Auf dem Heimweg wurde dafür Pisa eingenommen. Sie waren überall, wurden sogar in einigen Ländern seßhaft und bestiegen den Thron. Gabelbart, eroberte 1013 ganz England und Knud der Große herrschte im Jahre 1018 über England und Dänemark.

Wenn Sie einmal einige Blicke in diese spannende Zeitepoche werfen möchten, wie die Wikinger gelebt haben oder mit einem ihrer Boote fahren, dann haben Sie Glück. Die fast einen Steinwurf von unserer Tür entfernt liegende Lydum Au mündet in den Ringkøbing Fjord. Im Mündungsbereich ist vor einigen Jahren ein Wikingerhafen errichtet worden; eine Museumsanlage, die dem Skjern-Egvand-Museum unterstellt ist.

Hier wird gehandelt, gekämpft und geritten und auch gegessen wie vor 1000 Jahren. Mehrere rekonstruierte Gebäude sind zu bewundern - ein Wohnhaus wurde naturgetreu nach alten Überlieferungen nachgebaut - mehrere Wikingerboote und vom Steg können Sie mit einem Boot in See stechen. Auch einen Opferplatz besitzen sie, eine Schmiede, wo gearbeitet wird, ist vorhanden und ein Marktplatz, wo sie das bunte Treiben verfolgen können. Jährlich findet hier ein Wikingermarkt statt, bei dem verschiedene Wikingertruppen ihre Waren anbieten u.a. auch Replikate aus vergangen Zeiten. Nicht nur ihre Handwerkskunst bieten sie feil, auch ihr Können auf dem Pferd oder mit dem Schwert können Sie bewundern. Hier wird gekämpft. Versuchen Sie mal mit Pfeil und Bogen, den Apfel zu treffen – hier können Sie es. Das Wikingerdorf, ist eine Bereicherung für unsere Region, die magische Wirkung hat – da jeder es sehen will.

Ein weiter Höhepunkt liegt etwa 40 km von uns entfernt, wo die erste Stadt des Nordes gebaut wurde – es ist Ribe die älteste Stadt Dänemarks. Hier war das Zentrum der Wikinger, zig Tausende von Ausgrabungsfunde der Wikinger kamen um Ribe herum ans Tageslicht, zwei große Wallanlagen kann die Stadt aufweisen und in alten Schriften wird in Europa immer Ribe erwähnt.

Diese Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern, die Ribe Au mit Hafen und der Dom ist schon eine Fahrt wert. Steigen Sie doch mal die Treppenstufen im Dom zum Himmel. Sie werden vom lieben Gott belohnt, denn sie sehen eine atemberaubende Landschaft bis weit ins Meer, wo die Wikinger gen Süden zogen. In den Abendstunden können Sie an eine Wanderung in den kleinen Strassen und Gassen teilnehmen, lauschen Sie, wenn von Hexenverbrennung und Königsmord die Rede ist. – es ist spannend und lehrreich. Ribe war Bischofssitz und zählte im Mittelalter zu den wichtigsten Hansestädte Dänemarks und durch den Hafen ein Ausgangspunkt nach ganz Europa.

Spannend wird es auch im Wikingermuseum, denn hier können Sie die fesselnde Geschichte der Wikinger erleben. Sie können an eine Führung teilnehmen und spannende Filmvorführungen über die Wikinger in Ribe sehen. Eine Ausstellung zeigt, wie die Wikinger in Ribe gelebt haben – sie stehen mittendrin – an einem Apriltag im Jahre 800 - – es ist ein Stimmungsbild, wo ein Wikingerboot und Teile des Marktplatzes in natürlicher Größe nachgebildet wurden. Exponate über Exponate von den Wikingern sind zu sehen und wie man in Ribe im katholischen Mittelalter lebte - von Geburt bis Tod.

Im Jahre 1536 wurde der Protestantismus eingeführt in Dänemark und damit war das Mittelalter hierzulande vorbei.